Spruch April
Spruch des Monats

Spruch des Monats – April 2017

1. April 2017

„Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.“ (Götz Werner)

Der Spruch des Monats April 2017 stammt von Götz Werner, Gründer der dm-Drogeriemärkte.

Ein so einfacher Spruch, dessen Botschaft unglaublich viel Wahres beinhaltet und doch im Alltag manchmal schwer einzusehen ist. Sowohl beruflich als auch privat finden wir gerne jede menge Gründe, warum dieses oder jenes nicht geht.

Beispiele hierfür sind:

  • „Meinen Job kann ich nicht kündigen.“
  • „Ich habe keine Zeit mehr Sport zu machen.“
  • „Mich selbstständig machen könnte ich nicht. Ich habe kein Startkapital.“
  • „Yoga kann ich mir nicht leisten.“
  • „Ich kann mich nicht trennen.“
  • „Ich muss mein Studium durchziehen. Ich bin schon so weit.“
  • „Mit Kindern kann man nicht so weit reisen.“
  • „Bei meinem Job kann ich keine Weltreise machen.“

Wenn wir mal ganz ehrlich zu uns sind, dann handelt es sich hierbei doch vielmehr um unsere eigenen Glaubenssätze. Denn sobald ich etwas wirklich zu 100 % will, wird es höchstwahrscheinlich auch einen Weg geben. Ich muss ihn nur suchen und finden. Und vor allem: es wirklich wollen und daran glauben.

An dem Spruch „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg…“  ist wohl doch einiges dran. Meistens zumindest. Natürlich sollte mein Ziel halbwegs realistisch sein. „Ich will nächste Woche Millionär sein…“  ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen, dennoch unterschätzen wir oft, was alles möglich sein kann, wenn wir es nur wirklich wollen.

Sobald ich etwas nicht zu 100 % will, werden mir tausend Gründe einfallen, warum es nicht möglich ist. Meistens ist uns dies nur einfach nicht bewusst und wir denken daher, dass es nicht geht. Oder wir möchten es einfach nicht ganz wahrhaben.

Warum betrügen wir uns selbst?

Wir Menschen streben nach sog. kognitiver Konsistenz. Kognitive Konsistenz bedeutet, dass sich Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche und Erinnerungen im Einklang miteinander befinden. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu Unbehagen (kognitive Dissonanz). Um über dieses Unbehagen hinweg zu kommen, fangen wir an, gute Gründe für unsere Einstellung oder unser Verhalten zu finden.

Menschen wollen ihr Verhalten demnach erklären und das für sich stimmig und widerspruchsfrei. Mit geistigem Widerspruch können wir einfach nicht gut umgehen. Er schadet unserem Selbstwert und gefährdet unser stabiles, positives Selbstkonzept. Rationalisierungen werden notwendig.

Und warum will ich vielleicht nicht?

Sind wir mal wirklich ehrlich zu uns selbst, erkennen wir oft schnell: der Wille ist wohl nicht stark genug. Zumindest nicht so stark, um auch Risiken einzugehen und fremdes Terrain zu verlassen.

Wir Menschen sind eben Gewohnheitstiere. Wir mögen, was wir kennen und wir mögen es nicht, wenn etwas völlig fremd ist. Das Fremde könnte unsere aktuelle Identität in Frage stellen und die Art und Weise, wie wir bisher gelebt haben.

Es macht also durchaus Sinn zu hinterfragen, warum ich etwas nicht will. Ist es Bequemlichkeit oder gar Angst, die im Wege stehen? Besteht Scheu vor Veränderung oder davor, einen persönlichen Vorteil zu verlieren?

Wer etwas nicht will, denkt automatisch problemorientiert. Zahlreiche Hindernisse und Probleme werden identifiziert. Wenn dann etwas schief geht, heißt es schnell: „Ich wusste es gleich!“. Wer demgegenüber etwas wirklich will, denkt automatisch lösungsorientiert. Natürlich sollten auch Hindernisse und Risiken durchdacht werden, diese werden aber nicht derart negativ bewertet, dass sie vom Ziel abbringen. Eher heißt es dann: „Irgendwie wird das schon gehen!“

Wie mir dieser Spruch im Alltag hilft

Wie du sicher schon mitbekommen hast, mag ich solche Sprüche. Sie klingen auf den ersten Blick so einfach und sind doch so schwer umzusetzen. Mir persönlich hilft es, mich selbst durch solche Sprüche immer wieder zu hinterfragen.

Will ich etwas wirklich? Suche ich gerade nur nach Ausreden? Es ist auch mal ok, Ausreden für etwas zu haben, aber ich möchte mir dann bestmöglich darüber im Klaren sein, dass ICH die Wahl habe.

Wenn ich es im Alltag nicht zum Yoga schaffe oder bisher noch keine Weltreise gemacht habe, dann liegt das nicht daran, dass ich es nicht kann, sondern dass es mir anscheinend in dem Moment einfach nicht wichtig genug ist. Der Wille ist in dem Augenblick nicht ausreichend. Die Priorität liegt vielleicht an anderer Stelle. Und das ist auch okay so!

Mir hilft der Satz zu erkennen, dass ich völlig frei bin. Eine Entscheidung gegen etwas ist auch immer eine Entscheidung für etwas anderes. Ich habe die Möglichkeit frei zu entscheiden.

Wenn du auf dein eigenes Leben bisher zurückschaust, wirst du vielleicht feststellen: Die Dinge, die du wirklich aus deinem inneren Anspruch wolltest, hast du wahrscheinlich weitgehend durchgesetzt (wenn auch ggf. gegen Widerstände). Für Dinge, die dir vielleicht eher von außen aufgetragen wurden oder die du nicht zu 100 % wolltest, hast du vielleicht Gründe gesucht und gefunden, sie nicht zu tun.

Was willst DU wirklich? Es lohnt sich immer wieder darüber nachzudenken …

Bleib gesund

Louisa

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1 Kommentar

  • antworten Andrea Bruchwitz 11. Mai 2017 at 6:20

    „Wer etwas nicht will, denkt automatisch problemorientiert. Zahlreiche Hindernisse und Probleme werden identifiziert. Wenn dann etwas schief geht, heißt es schnell: „Ich wusste es gleich!“.

    Danke für den inspirierenden Artikel, wir müssen immer weitermachen, weitermachen, weitermachen! Toller Artikel!!!

    Liebe Grüße,
    Andrea

    http://www.mindful-mag.com

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