Yoga auf dem Steg
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Den Sommer loslassen und den Herbst willkommen heißen

24. September 2016 – von

Als absolutes Sommerkind fallen mir der September und der Oktober meist besonders schwer. Denn in dieser Zeit müssen wir dem Sommer auf Wiedersehen sagen und den Herbst willkommen heißen.

Jeder Tag, an dem es dann früher dunkel wird, fällt mir dann gewöhnlich nicht leicht. Die Gewissheit, dass ein langer, grauer, dunkler und kalter Winter bevorsteht, lässt mich oft etwas traurig werden und ich traure dem Sommer mit seinen langen Nächten und all seiner Power etwas melancholisch hinterher.

Warum ich seit letzter Woche zum ersten Mal etwas anders darüber denke

Zum Saisonabschluss war ich vergangenen Samstag noch einmal beim Morgenyoga auf dem Steg des Schiersteiner Hafens in Wiesbaden. Die wunderbare Silke von Lebensflow organisierte den ganzen Sommer über immer wieder Outdoor-Yogaveranstaltungen an außergewöhnlichen Orten. Unter anderem auf dem wunderschönen Steg des Schiersteiner Wassersportvereins.

Morgenyoga auf dem StegZwei Mal habe ich es diesen Sommer hingeschafft. 8:30 Uhr morgens am Wochenende? Das hätte ich früher niemals freiwillig gemacht. Aber es hat sich mehr als gelohnt und bei der traumhaften Kulisse sogar ein bisschen wie Urlaub angefühlt …

YogafreundeWarum war nun der Saisonabschluss so besonders?

Weil das Thema „Loslassen“ hieß. Loslassen vom wunderbaren Sommer. Den Herbst mit offenen Armen empfangen. Ihm sozusagen eine Chance geben …

Dafür haben wir viele Herzöffner und Drehhaltungen (sogenannte Twists) gemacht. Die Herzöffner sollen durch Rückbeugen den Brustkorb öffnen und entwickeln dadurch eine ordentliche Portion Offenheit, Zufriedenheit und Herzlichkeit. Die Twists unterstützen bei der Entgiftung des Körpers. Sie massieren die inneren Organe und stimulieren die Absorptionstätigkeiten des Darms. Die Wirbelsäulenmuskeln werden gelockert und die Nerven beruhigt. Die Stimmung wird in Richtung Zuversicht, Offenheit und Freude beeinflusst.

Und genau darum geht es beim Loslassen des Sommers und dem willkommen heißen des Herbsts. Zuversicht, Offenheit und Freude.

Eigentlich trivial, aber irgendwie hat es mich nachhaltig bewegt und ich habe mich in den letzten Tagen öfter daran erinnert.

Es hat mich dazu gebracht über die positiven Seiten des Herbsts nachzudenken. Und wenn man mal so bewusst nachdenkt, dann kommen einem ganz viele schöne Dinge in den Sinn: Zeit zum Teetrinken auf dem Sofa, Freunde zum Kochen einzuladen, in die Badewanne zu steigen, einen Sonntagmittag mit einem guten Buch im Bett zu verbringen, viele Yogakurse zu besuchen und bei sich selbst wieder anzukommen.

Im Sommer sind wir stets abgelenkt. Es warten viele bunte Feste, Feierabende mit Freunden im Biergarten, Grill- und Gartenpartys und Sonntage am See oder Schwimmbad auf einen. Zur Ruhe kommt man da oft selten.

Mein Sommer war großartig, aber auch sehr trubelig mit vielen schönen Hochzeiten, Geburtstagspartys, Weinfesten, Outdoor-Yoga-Veranstaltungen, Festivals, Abenden am Rhein, usw.

Daher versuche ich nun, den bevorstehenden Herbst und Winter als Chance zu sehen, wieder mal mehr bei mir selbst „einzuchecken“. Mich nicht permanent ablenken zu lassen.

Das Wetter kann ich sowieso nicht ändern. Warum also nicht dem Herbst optimistisch entgegen schauen?

Die Natur braucht auch mal eine Pause

Hallo HerbstSo wie wir manchmal einfach eine Pause brauchen, um neue Kraft und Energie zu schöpfen, braucht eben auch die Natur mal eine Pause. Wir sind ja auch ein Teil von ihr.

Die Pflanzensäfte ziehen sich langsam in den Stamm bzw. in die Wurzeln zurück. Die Blätter der Bäume verfärben sich, bevor sie dann abfallen. Die Natur zieht sich zurück, schöpft sozusagen neue Kraft für den anstehenden Frühling.

Eigentlich können wir uns die Natur zum Vorbild nehmen, unserem Bedürfnis nach Ruhe nachgehen und uns mehr Zeit für uns selbst nehmen.

Und was, wenn der Herbstblues trotzdem kommt?

Natürlich muss auch unser Körper sich auf die neue Jahreszeit einstellen und die biorhythmischen Vorgänge verändern sich, wenn die Tage kürzer und dunkler werden. Die Zirbeldrüse (Epiphyse) unseres Zwischenhirns schüttet nun vermehrt das Hormon Melatonin aus, welches auch als Schlafhormon bekannt ist. Deshalb fühlen wir uns nun häufig schlapp, sind müde und träge. Manchmal verlangsamt sich auch der Puls und der Blutdruck sinkt.

Um nicht dem Herbstblues zu verfallen hilft nur eins: in die Stiefel schlüpfen, warme Jacke anziehen, Schal umbinden und raus an die frische Luft. Selbst bei Regen können Licht und Bewegung kleine Wunder bewirken. Am besten zur Mittagszeit. Vielleicht kannst du deine Mittagspause für einen kleinen Spaziergang nutzen? Probier es doch einfach mal eine Woche lang aus. Du kannst nichts verlieren, nur gewinnen!

Ansonsten kann ich dir als absolutes Sommer- und Lichtkind noch eine Tageslicht-Therapielampe mit 10.000 Lux (normales Kunstlicht hat gewöhnlich höchstens 500 Lux) ans Herz legen. Vergangenen Winter habe ich mir nach langem Überlegen endlich eine zugelegt und morgens meinen Tee oder Kaffee 20 bis 30 Minuten vor der Lampe in Ruhe getrunken. Das war zum einen sehr meditativ und zum anderen hatte ich das Gefühl, mit mehr Energie in den Tag zu starten …

Lass uns gemeinsam der nun kommenden Jahreszeit eine Chance geben. Wir sind schließlich Teil der Natur!!!

Und wenn es doch gar nicht mehr anders geht, dann mach es einfach wie mein Freund Herr Janosch 😉

Bleib gesund

Louisa

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4 Kommentare

  • antworten Laura 27. September 2016 at 18:52

    Ich fand zum Thema Jahreszeitenwechsel diese kleine Kindergeschichte aus meiner letzten Yogastunde so schön:
    https://www.informatik.uni-leipzig.de/~meiler/GL.dir/SammlungGeschichten/WS08/Frederick_die_Maus.pdf

    • Louisa
      antworten Louisa 28. September 2016 at 22:28

      Vielen Dank für den Link zu der schönen Geschichte liebe Laura!!!

  • antworten Melanie 28. September 2016 at 11:01

    Hi Louisa,
    DANKE für deinen schönen Artikel. Ich bin auch das totale Sommer-Sonnen-Kind und habe das Gefühl, dass mir der Abschied vom Sommer jedes Jahr schwerer fällt. Bin gerade sehr bemüht an dem Gefühl zu arbeiten und auch der dunklen Jahreszeit ein paar positive Seiten abzugewinnen.
    Die Therapielampe ist bestimmt toll, aber für mich zur Zeit nicht erschwinglich.
    Dann, auf eine gute „dunkle“ Jahreshälfte….
    Liebe Grüße Melanie

    • Louisa
      antworten Louisa 28. September 2016 at 22:31

      Liebe Melanie,

      freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat. Vielleicht ist die Therapielampe ja ein schönes Weihnachtsgeschenk 😉
      Ich wünsche dir einen guten Start in die dunkle Jahreszeit.

      Alles Liebe
      Louisa

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