Laufen gehen
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Laufen – (m)ein Stimmungsmacher

30. September 2017 – von

Ich tausche mich immer wieder mal mit Freunden zu folgenden Fragen aus: „Was hilft dir persönlich dabei, ausgeglichen zu bleiben? Was hilft dir in stressigen Zeiten? Was hast du damals genau gemacht, dass es dir in dieser schwierigen Situation besserging?“

Erst kürzlich habe ich einem Freund auf genau diese Fragen geantwortet: Ich gehe (unter anderem) laufen.

Und so kam mir bei einer morgendlichen Laufrunde in der Heimat bei meinen Eltern die Idee zu diesem Blogbeitrag: Laufen – (m)ein Stimmungsmacher!

Bei besagtem Lauf habe ich darüber nachgedacht, was genau es eigentlich ist, dass Laufen zu solch einer wertvollen Ressource für mich macht.

Seitdem sind viele weitere Laufrunden vergangen und ich möchte im Folgenden meine Gedanken zum Laufen und meine Erfahrungen für dich zusammenfassen.

Laufen hat für mich positive Effekte auf verschiedenen Ebenen

Laufen bewirkt bei mir Positives auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

Natürlich hat Laufen einen direkten Einfluss auf meinen Körper, aber es beeinflusst mich eben auch auf mentaler, geistiger und psychischer Ebene.

Körperliche Ebene: generelle Fitness, Herz-Kreislauf-System, Immunsystem

Körperlich fühle ich mich nach dem Laufen angenehm ausgelastet. Man kann sich beim Laufen eben „richtig auspowern“ – sofern man dies möchte.

Langfristig erhalte ich mir dadurch natürlich auch meine generelle Fitness, tue etwas für mein Herz-Kreislauf-System und mein Immunsystem.

Viel mehr gibt es an dieser Stelle zu den positiven Effekten auf der Fitnessebene eigentlich nicht zu sagen. Dass Sport, oder in diesem Fall laufen, normalerweise einen positiven Effekt auf unseren Körper hat, ist ja kein Geheimnis.

Körperliche Ebene: Ausschüttung von Glückshormonen + Abbau von Stresshormonen

Ein weiterer toller Effekt vom Laufen bzw. körperlicher Betätigung wird dir sicher auch schon zu Ohren gekommen sein.

Körperliche Aktivität fördert die Ausschüttung von Serotonin und Dopamin – im Volksmund auch als „Glückshormone“ bezeichnet.

Zugleich werden die Stresshormone Adrenalin und Cortisol während des Laufens abgebaut.

Unter anderem wegen dieser positiven Wirkungen auf den Hormonhaushalt wird Laufen (oder körperliche Betätigung) übrigens auch im Zusammenhang mit der Therapie psychischer Erkrankungen diskutiert.

In verschiedenen Studien konnte zum Beispiel der positive Effekt von Bewegung auf Depressionen nachgewiesen werden.

Und siehe da: Es gibt auch professionelle Laufgruppen, die genau diesen Effekt aufgreifen. Wenn dich das Thema Bewegung und Depression näher interessiert, schau doch mal auf der Website der Laufgruppe „Laufen gegen Depression“ der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. vorbei.

Neben den Effekten aus körperlicher Sichtweise wirkt Laufen für mich mental oder geistig auf zweierlei Art.

Mentale/geistige Ebene: sortieren, reflektieren, vorbereiten von Gedanken, Ideen und Gesprächen

Während des Laufens schaffe ich „Kapazitäten“ auf meiner eigenen Festplatte, um Dinge zu durchdenken.

Die Idee, während des Laufens wirklich abschalten zu können, habe ich nach einiger Zeit verworfen.

Laufen ist dann doch zu wenig komplex als dass ich währenddessen nicht auch gut Gespräche vor- und nachbereiten, Einkaufslisten im Kopf schreiben oder das nächste Wochenende planen könnte.

Und genau das genieße ich inzwischen aber sehr.

Laufen hilft mir beim Sortieren von Gedanken und beim Reflektieren.

Die hilfreiche Reflexion vorheriger Gespräche, das Entwickeln von Kernbotschaften und Zielen für kommende Gespräche, das Entwickeln neuer Ideen (z. B. für Blogbeiträge 😉) sind immer wieder die überraschenden Nebenprodukte einer Laufrunde. Wohlgemerkt ohne dass ich dies jemals so plane – ich starte nie mit der Idee, etwas Bestimmtes zu durchdenken – und auch ganz ohne Zettel und Stift.

Mentale/geistige Ebene: Stärken der Willenskraft oder Selbstkontrolle

Weiterhin habe ich das Gefühl, dass ich die Ressource Willenskraft oder Selbstkontrolle durchs Laufen stärke.

Der innere Schweinehund – wer kennt ihn nicht?

Um diesen immer wieder zu überlisten und dennoch laufen zu gehen, braucht es Willenskraft und Selbstkontrolle. Vor allem bei Wind und Wetter, wenn man morgens noch müde ist, wenn man abends nach der Arbeit kaputt ist …

Ich gehe laufen, auch wenn ich in diesem Moment keine Lust dazu habe, weil ich weiß, dass es mir langfristig damit besser geht und ich mich danach immer gut fühle“.

Dieser Gedanke lässt sich auf viele andere Lebensbereiche übertragen: kurzfristiger, momentaner Nutzen vs. langfristige Konsequenzen.

Kurzfristige, momentane Situation „keine Lust“ vs. langfristige Effekte „ich fühle mich besser“

Ich habe den Eindruck, dass ich das regelmäßige Laufen und die Routine, die ich dafür entwickelt habe, auch gut für andere Situationen nutzen kann.

Für Situationen oder Aufgaben, auf die ich vielleicht im ersten Moment keine Lust habe.

Wenn man ungeliebte Aufgaben erst einmal gestartet hat, dann „flutscht“ es danach oft von ganz alleine.

D.h. man sollte im Vorhinein bloß nicht allzu viel Energie darauf verschwenden, ob, wann, wie, wieso … man dies oder jenes denn genau jetzt machen sollte. Einfach machen! Laufschuhe anziehen und loslaufen!

Dieser Gedanke hilft mir bewusst wie unbewusst auch in anderen Situationen.

Langfristige Belohnung im Blick haben

Oft haben ja gerade solche im jetzigen Augenblick eher unangenehmen Tätigkeiten die besten langfristigen Effekte.

Denn, Hand aufs Herz: Es gibt durchaus Sport- und Bewegungsarten, die ich spannender und toller finde als Laufen zu gehen.

Bouldern und Klettern finde ich zum Beispiel im jetzigen Augenblick „belohnender“ und als weitere Bewegungsform macht mir Yoga als solches ebenfalls mehr „Spaß“ als Laufen.

Vielleicht hatte ich daher bisher auch nie die wirkliche Motivation, besser oder schneller beim Laufen zu werden?

Ich messe meine Zeit nicht und weiß nicht, ob ich meinen Schnitt verbessere. Bislang habe ich an keinem Wettkampf teilgenommen und weiß auch nicht, ob ich jemals an einem Lauf starten werde.

Für mich ist Laufen keine Sportart im klassischen Sinne, sondern eben: (m)ein Stimmungsmacher.

Und da ich auf diesen Stimmungsmacher-Effekt vertrauen kann und ich weiß, dass die Belohnung nach dem Laufen (gute Laune, Ausgeglichenheit, eine erfrischende Dusche etc.) die Anstrengung überwiegt, ist Laufen ein alltäglicher Bestandteil in meinem Leben geworden.

Fazit: Laufen – (m)ein Stimmungsmacher

Wenn ich die oben beschriebenen Effekte vom Laufen auf körperlicher und mentaler Ebene zusammenfasse, dann kommt unterm Strich Folgendes dabei heraus:

Laufen hat für mich v. a. einen positiven Effekt auf mein seelisches Wohlbefinden, es stärkt mich auf psychischer Ebene.

Diese Effekte speisen sich eigentlich aus den zuvor genannten Ebenen.

  • Laufen hat einen positiven Einfluss auf den Hormonhaushalt.
  • Das Gefühl, dass ich mir Zeit für mich und meinen Körper nehme, macht mir einfach gute Laune.
  • Vieles erscheint mir nach einer Laufrunde klarer und geordneter als zuvor.
  • Ich komme häufig mit neuen Ideen und wertvollen Gesprächsvor- und -nachbereitungen nach einer Laufrunde nach Hause.

Gerade auch dann, wenn ich mich unausgeglichen fühle, ich über viele Dinge nachdenke, mit dem falschen Fuß aufgestanden bin, ich einen stressigen Tag hatte oder ich weiß, dass ein stressiger Tag vor mir liegt, heißt es daher für mich:

Nicht Trübsal blasen, jammern oder meckern, sondern Laufschuhe anziehen und loslaufen! Laufen als (m)ein Stimmungsmacher!

Und damit „es gar nicht erst so weit kommt“, dass ich mich unausgeglichener, unausgelasteter etc. fühle, nutze ich Laufen – wie das zuvor beschriebene „reaktive Heilmittel“ – vor allem auch proaktiv und präventiv. Wenn ich regelmäßig Laufen gehe, weiß ich, dass es mir gut geht.

Und hier (falls es noch nicht genug war) noch ein paar weitere Aspekte, die ich am Laufen sehr schätze

Neben den bereits benannten Aspekten gibt es ein paar weitere Dinge, die ich am Laufen sehr schätze – und die sicherlich auch die Stimmung positiv beeinflussen 😉:

  • Du brauchst so gut wie nichts, um Laufen zu gehen. Ein Muss sind für mich gute Laufschuhe (ich habe bislang gute Erfahrungen mit Asics gemacht), vernünftige Laufsocken (da vertraue ich meist auf Falke) und als Frau ein guter Sport-BH (mein momentaner Favorit zum Laufen ist ein Modell von Brooks). Ansonsten brauchst du nur Sportkleidung, dich und deinen Körper – und es kann losgehen.
  • Du tankst beim Laufen viel frische Luft.
  • Laufen kostet nichts (außer die Kleidung, Schuhe).
  • Zumindest tagsüber kannst du zeitgleich auch Sonne und damit Vitamin D tanken – was ja in Deutschland in der kommenden Jahreszeit oft zu kurz kommt.
  • Du bist zeitlich unabhängig. Laufen kannst du im Prinzip rund um die Uhr, du bist an keine Öffnungszeiten gebunden und brauchst auch keine andere Person, um diese Bewegungsform auszuüben.

Joggen gehen
Laufen auf Reisen und im Urlaub

Und hier noch ein weiteres Proargument: Ich packe meine Laufschuhe eigentlich immer in mein Gepäck, da sie leicht sind und wenig Platz einnehmen.

Dadurch eröffne ich mir im Urlaub, auf Reisen oder bei Besuchen bei Freunden eine tolle Möglichkeit, die (neue) Gegend laufend zu erkunden.

Auf meinen Laufrunden habe ich so oft schon mehr von der Umgebung gesehen und erlebt als bei geplanten Spaziergängen zum Auskundschaften des neuen Ortes.

Momentan genieße ich morgendliche Laufrunden übrigens an diesem tollen Strand in Hervey Bay in Australien.

Hervey Bay Australien
So ganz kann ich beim Laufen dann übrigens doch nicht vom Yoga lassen. Nach einer Laufrunde schließt sich für mich inzwischen ganz automatisch eine Dehneinheit aus verschiedenen Asanas an.

Aber zu dieser Routine vielleicht mal ausführlicher in einem anderen Blogbeitrag rund ums Laufen.

Gut gelauntes Laufen wünsche ich dir

Wiebke

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1 Kommentar

  • antworten meli 21. November 2017 at 6:39

    Ich laufe schon seit 2 Jahren und kann dich vollkommen verstehen. Klar am Anfang hat man noch mit dem Schweinehund zu kämpfen, aber sobald man diesen überwunden hat, fühlt man sich einfach nur gut und energetisch. Ich liebe es mindestens 5 km zu laufen. Kurze Läufe sind irgendwie nichts für mich. Tolle Seite übrigens!

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