Yogabild Louisa
GESUND BEWEGEN

Mein Weg zum Yoga

17. September 2016 – von

Yoga ist heute fester Bestandteil meines Lebens und Alltags. Doch das war nicht immer so. Wie ich zum Yoga gekommen bin, was Yoga für mich so einzigartig macht, welche positiven Effekte ich verspüre, welche Yogastile ich liebe, warum ich mir ein Leben ohne Yoga nicht mehr vorstellen kann und wieso du es auch ausprobieren solltest, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

Die ersten Schritte

Vor etwa 10 Jahren bin ich in meinem damaligen Fitnessstudio zum ersten Mal in eine Yogastunde gestolpert. Damals war ich 19 Jahre alt und wirklich überzeugt und begeistert hat mich das Ganze nicht …

Mein erster Besuch in einem „richtigen“ Yogastudio war 2012 während eines längeren Auslandsaufenthaltes in New York City. Meine liebe Freundin Carolin, die ich dort kennengelernt habe, schwärmte mir von Yoga und seiner entschleunigenden und regenerierenden Wirkung vor. In einer solch reizüberflutenden Stadt schien mir das genau das Richtige zu sein, um mal abzuschalten. Und so war ich schnell überzeugt. Bei all der Hektik und der vielen Überstunden, die ich dort machte, taten mir die Stunden sehr gut und haben meine Gedanken mal wieder etwas zur Ruhe gebracht.

Wieder zuhause in Mainz angekommen, verlor ich Yoga wieder etwas aus den Augen. Ab und zu besuchte ich die Kurse in meinem Fitnessstudio, aber doch eher unregelmäßig …

Der große Durchbruch

Asana BaumSo richtig BÄHHHHM gemacht hat es eigentlich viel später. Nachdem ich während meines Bachelor- und Masterstudiums der BWL, diversen Praktika in den verschiedensten Bereichen, eineinhalb Jahren Tätigkeit an einer Hochschule und Einstieg ins Familienunternehmen meine Bestimmung immer noch nicht gefunden hatte, nach der ich so sehr auf der Suche war, geriet ich in eine größere Krise (die ganze Geschichte kannst du hier nachlesen). In dieser Zeit, in der ich an allem und vor allem an mir selbst gezweifelt habe, war Yoga das Einzige, was mir wirklich gut getan hat.

In einem kleinen liebevollen Yogastudio in der Mainzer Neustadt habe ich mein Herz an Yoga verloren. Ich hatte dort unglaubliche Momente auf der Matte, die mich viel näher zu mir selbst gebracht haben und meine Sichtweise auf das Leben ein Stück weit verändert haben. Ich habe das Vertrauen in mich selbst zurückgewonnen, mir ist klar geworden, wer ich eigentlich bin, was ich vom Leben will und dass nur ich allein mein Glück in der Hand habe.

Früher konnte ich diese vielen „Wundergeschichten“ über Yoga nie ganz glauben, bis ich es selbst erlebt habe. Die Stunden bei meiner Yogalehrerin Maryvonne haben mich viel näher an mich selbst gebracht, sodass ich manchmal glaube, dass ich all die darauf folgenden Entscheidungen – meine bisherige betriebswirtschaftliche Laufbahn komplett hinter mir zu lassen, meinem Herzen zu folgen und nochmal von „vorne“ anzufangen – vielleicht nie oder zumindest nicht so schnell getroffen hätte.

Yoga hat mir ganz neue Seiten an mir selbst aufgezeigt und meine vielen Gedanken und Grübeleien zur Ruhe gebracht. Wer mich kennt weiß, dass ich ein Mensch bin, der sich immer viel zu viele Gedanken über die Dinge macht und etwas zur inneren Unruhe neigt. Durch Yoga habe ich gelernt, meine Gedanken und Gefühle durch Körperarbeit zu beeinflussen und mich selbst über die Atmung zu beruhigen. Schritt für Schritt habe ich die positiven Wirkungen auf mein physisches und psychisches Wohlbefinden gespürt.

Was Yoga für mich so einzigartig macht

Als sehr bewegungsfreudiger Mensch spielten Sport und Bewegung in meinem Leben schon immer eine große Rolle. In meinen allerersten Yogastunden stand allein das Motiv der Fitness im Vordergrund. Ich bin also über den körperlichen Aspekt zum Yoga gekommen.

Erst eine regelmäßige Praxis und eine innere Krise ließen mich den vollen Wert von Yoga erkennen, denn Yoga ist viel mehr als Bewegung und Atmung. Im Gegensatz zur Gymnastik, die sicher auch gesundheitsfördernd ist und zum Wohlbefinden beiträgt, geht es beim Yoga um den Kontakt zum Inneren, die bewusste Wahrnehmung eigener Bedürfnisse und Grenzen sowie einen achtsamen Umgang mit sich selbst und anderen. Yoga greift tiefer und zum ersten Mal konnte ich wirklich spüren, dass es eine Verbindung zwischen Körper, Seele und Geist geben muss.

Yoga Meditation

Es geht nicht um Leistung, Erfolge und Wettbewerb und es gibt kein „höher, schneller, weiter“. Es geht nicht, um die perfekte Stellung, die richtige Asana, sondern darum zu spüren, was einem selbst gut tut – völlig auf sich selbst gerichtet und nicht im Vergleich zu anderen.

Welche physischen, psychischen und geistigen Veränderungen ich spüre

Yoga hat viel zu meinem physischen und psychischen Wohlbefinden beigetragen.

Auf körperlicher Ebene erlebe ich u.a. folgende Effekte:

  • erwartungsgemäß: Kräftigung, Beweglichkeit und Koordination
  • durch die vielen Armbalancen und Chaturangas mache ich auf einmal gerne Liegestütze 😉
  • Rücken- und Nackenschmerzen vom vielen Sitzen am Schreibtisch sind kein großes Thema mehr
  • bei Kopf- oder Unterleibschmerzen nehme ich keine Tabletten mehr, sondern gehe zum Yoga. Der Effekt ist enorm …
  • ich schlafe besser ein und durch
  • ich fühle mich kraftvoll, stark und präsent
  • mein Immunsystem ist absolute Bombe
  • meine Haltung hat sich verbessert – ich bin gewachsen 😉

Auf psychischer und geistiger Ebene habe ich folgende Effekte gespürt:

  • meine Körperwahrnehmung hat sich verbessert
  • in Stresssituationen kann ich mich besser selbst beruhigen
  • ich bin wacher und konzentrationsfähiger
  • es fällt mir leichter, die Dinge nicht sofort zu bewerten und offen zu bleiben
  • ich bin gelassener, dankbarer und viel geduldiger mit mir selbst und anderen geworden
  • ich höre mehr auf mich selbst, meine Grenzen und Bedürfnisse
  • mein Mitgefühl ist größer geworden
  • ich habe weniger Ängste und Zweifel
  • ich vertraue mir, dem Leben und anderen

Welche Yogastile ich liebe

Yoga DreieckSeit ich die wahnsinnig positiven Effekte von Yoga erkannt habe, habe ich die unterschiedlichsten Yogastile ausprobiert. Meine Selbstfindungsreise im Yogadschungel sozusagen …

Von A wie Acro Yoga, Aerial Yoga, Anusara Yoga und Ashtanga Yoga, über B wie Bikram Yoga, H wie Hatha Yoga und Hormon Yoga, J wie Jivamukti Yoga, K wie Kundalini Yoga, P wie Power Yoga, V wie Vinyasa Yoga, bis hin zu Y wie Yin Yoga, habe ich mittlerweile viel experimentiert.

Einiges hat mir besser gefallen, anderes etwas weniger. Da sind die Bedürfnisse der Menschen eben sehr individuell. Der eine findet den Zugang eben über das Ruhige, Spirituelle, der andere braucht zunächst die körperliche Herausforderung, um dann tiefer einzukehren und der Nächste mag es gerne etwas spielerisch. Ich finde alle Ansätze haben ihre Berechtigung. Wir Menschen sind eben sehr verschieden, befinden uns in anderen Lebensphasen und können mit unterschiedlichen Dingen eben mehr oder weniger anfangen.

Persönlich liebe ich dynamisches, herausforderndes und kraftvolles Vinyasa Yoga mit seinen fließenden Bewegungen, die von einem tiefen Atem geführt werden. Dieser Yogastil bringt mich absolut zu mir selbst und ins Hier und Jetzt.

Manchmal habe ich auch Lust auf eine Stunde mit viel Power, Musik und duftendem Lavendel beim Jivamukti Yoga. Gerne praktiziere ich aber auch mal sanftes und regenerierendes Hatha Yoga mit intensiven Dehnungen und längerem Halten der Asanas, sowie Yin Yoga, bei dem man ohne kraftvollen, aktiven Einsatz der Muskeln in passiven Haltungen Spannungen in den tiefen Schichten des Körpers lösen kann.

Im letzten Jahr habe ich außerdem Acro Yoga für mich entdeckt, ein spielerischer Yogastil in der Gemeinschaft mit Partnerübungen, akrobatischen Elementen, therapeutischem Fliegen und viel Lebensfreude, der Menschen zusammenbringt und vereint. Für mich eine perfekte Ergänzung zur eigenen „Solo-Yogapraxis“.

Je nach aktuellem Befinden wähle ich den für mich passenden Yogastil und will dabei offen bleiben und Dinge ausprobieren. Mehr über die einzelnen Yogastile wirst du zukünftig in der Kategorie GESUND BEWEGEN lesen können, auch wenn es beim Yoga – wie gesagt – um mehr als nur Bewegung geht.

Ein Leben ohne Yoga? Für mich mittlerweile fast undenkbar …

Yoga ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil meines Lebens und Alltags geworden. Meine Neugierde, auf alles, was mit Yoga zu tun hat, wurde absolut geweckt. Ich probiere verschiedenste Studios, Lehrer und Stile aus, lese Bücher rund ums Thema und mache auch gerne mal einen Ausflug mit meinen Yogafreundinnen zu dem ein oder anderen Yogaevent. Auf Gesundheit im Ganzen werde ich mit dir meine Erfahrungen und Erlebnisse rund um diese Themen teilen …

Ich habe den Wunsch, noch mehr über Yoga zu lernen und zu erfahren. Ich möchte tiefer eindringen in Anatomie, Philosophie, Psychologie und verstehen, was dabei im Körper, Geist und Seele passiert.

Früher oder später werde ich daher wohl eine Yogalehrerausbildung machen. Eigentlich wollte ich damit schon in diesem Jahr beginnen, habe dann aber beschlossen, mich nun erst einmal auf mein neues Studium, Ausbildung und meine anderen Projekte zu konzentrieren und nicht schon wieder alles gleichzeitig machen zu wollen. Außerdem verspürte ich den Wunsch auf meinem persönlichen Yogaweg erst einmal mehr auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln, bevor ich mich zu schnell für eine Ausbildung entscheide und euphorisch in etwas reinstürze. Das Ganze darf erst einmal weiter in mir wachsen und so lerne, praktiziere, probiere und lese ich erst einmal für mich selbst …

Das Schöne am Yoga ist, dass man es überall, kostenfrei und nur für sich betreiben kann. Man braucht eigentlich nur seinen eigenen Körper und ein wenig Zeit, mehr nicht – eventuell eine Yogamatte, aber selbst auf die kann im Zweifel verzichtet werden.

Meine Reiseyogamatte ist mittlerweile stets im meinem Gepäck. Im September 2016 mache ich meinen ersten „richtigen“ Yogaurlaub: eine Woche Yogaretreat mit dem YogaTeam Berlin im wunderschönen Chez Zen – Holistic Retreat Center inmitten der malerischen Provinz Gascogne, im Südwesten Frankreichs, unweit der Pyrenäen. Ich bin total gespannt und werde hier auf jeden Fall darüber berichten.

Yogalanie – Das Yogastudio meines Herzens

Auch wenn ich mittlerweile viele wunderbare Yogastudios und Lehrer kenne und schätze, bleibt Yogalanie – das kleine Yogastudio in der Mainzer Neustadt – das Studio meines Herzens und mein 2. Wohnzimmer. Hier habe ich einfach mein Herz an Yoga verloren und ich bin Melanie, der Inhaberin und dem Rest vom Team unendlich dankbar, all diese Erfahrungen gemacht haben zu dürfen. Melanie und das ganze Team sind mit so viel Liebe, Herzlichkeit und Bodenständigkeit dabei und geben jedem das Gefühl genau richtig zu sein.

Angestoßen von Melanie ist auch unser Projekt Yoga for Refugees (YfR) Mainz entstanden. Melanie hatte die Idee, Yoga auch für Geflüchtete zugänglich zu machen und suchte Unterstützung von Yogaerfahrenen, Menschen, die Lust auf Austausch und Gemeinschaft haben und Erfahrenen in der Flüchtlingsarbeit. Und so ist unsere wunderbare Gruppe aus sechs Frauen entstanden, die alle ihren Beitrag dazu geleistet haben. Es wurden Spenden gesammelt (Matten, Decken, Sportklamotten, usw.), Räumlichkeiten im Flüchtlingsheim aufgesucht und präpariert sowie Flyer gedruckt und auf sechs Sprachen übersetzt. Anfang 2016 haben wir dann zum ersten Mal unter Leitung von Melanie Yoga für geflüchtete Frauen im Flüchtlingsheim Zwerchallee Mainz angeboten. Es waren viele tollen Stunden mit wunderbaren Menschen.

Yoga für Flüchtlinge

Irgendwann lies die Nachfrage nach, sodass wir uns im Sommer schweren Herzens entschieden haben, das Projekt dort vorerst zu pausieren. Es gibt aber viele weitere Herzensideen und ab und zu bieten wir noch Workshops, z.B. auf Integrationsfesten an. Wir möchten auf jeden Fall weiter machen …

Mittlerweile ist aus unserem Projekt eine tolle Freundschaft zwischen den Projektmitgliedern entstanden, die ich nicht mehr missen möchte. Und so spinnen wir gerade gemeinsam an einem neuen Herzensprojekt: ein Yogafestival für JEDEN in Mainz. Es soll ein Fest für ALLE werden, bei dem man die verschiedensten Yogastile kennenlernen kann, ganz undogmatisch und frei. Mehr wird noch nicht verraten 😉

Falls du noch kein Yoga machst: probiere es aus, es lohnt sich …

Yoga boomt und das ist auch gut so. Ich sehe das nicht so kritisch, denn für mich ist es mehr als nur ein Hype, sondern eher eine ganze Bewegung. Ist doch wunderbar, wenn sich immer mehr Menschen mit sich, ihrem Körper und ihrem Inneren beschäftigen. Denn wer für sich selbst da ist, kann auch für andere offener sein …

Yoga ist für nahezu alle Menschen geeignet. Eine regelmäßige Praxis kann viel verändern. Man muss es selbst ausprobiert haben, um es zu erfahren. Daher möchte ich dich dazu ermutigen es zu wagen. Manchmal braucht es etwas Zeit, den Yogastil und vielleicht auch den Yogalehrer zu finden, der zu einem passt. Gib daher am besten nicht zu schnell auf.

Als Anfänger würde ich auf jeden Fall einen Kurs besuchen und nicht nur mit Hilfe von Büchern, YouTube-Videos und DVDs beginnen. Falsch ausgeführte Übungen können dem Körper längerfristig schaden und neben der korrekten Ausführung geht es beim Yoga eben noch um viel mehr, was einem ein Buch oder ein Video nur schwer vermitteln kann.

Also rauf auf die Matte, es lohnt sich …

Bleib gesund

Louisa

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