Die Kunst gesunden Entscheidens
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Die Kunst gesunden Entscheidens

12. Dezember 2016 – von

Die letzten drei Wochen war es etwas ruhiger auf meinem Blog. Ich hatte ein paar Entscheidungen zu treffen und dafür musste ich mich etwas zurückziehen.

Auch wenn meine Familie immer sagt, dass ich gut im „Entscheidungen treffen“ sei, empfinde ich das oft anders. Manchmal fallen mir wichtige Entscheidungen ziemlich schwer und ich überlege lange hin und her.

Mittlerweile habe ich meine Entscheidungen getroffen und es fühlt sich richtig gut an. So befreiend und erleichtert. Dazu aber später mehr …

Da ich neben mir einige Menschen kenne, die manchmal Probleme haben, sich zu entscheiden, wollte ich dieses Thema als Anlass für meinen heutigen Blogbeitrag nutzen. Außerdem steht das Jahr 2017 vor der Tür und damit vielleicht auch bei dir einige Entscheidungen, wie du das neue Jahr verbringen möchtest …

Wir treffen täglich tausende Entscheidungen

Ständig treffen wir Entscheidungen. Unser Alltag besteht quasi aus ihnen. Hirnforscher sprechen sogar von rund 20.000 Entscheidungen täglich.

Die meisten davon sind blitzschnell und gar nicht bewusst getroffen: Aufstehen oder liegen bleiben? Müsli oder Brot? Hose oder Kleid? Kaffee oder Tee? Auto oder Fahrrad? Salat oder Pommes? Sport oder Sofa? Lesen oder Fernsehen?

Andere Entscheidungen quälen uns tagelang, führen zu Grübeleien, endlosen (Selbst-)Gesprächen, Abwiegen von Pro und Contra und im schlimmsten Fall zu schlaflosen Nächten. Das sind dann meist größere Fragen wie z.B. welchen Beruf möchte ich ausüben? Soll ich meinen Job wechseln? Möchte ich diese Beziehung eingehen? Kann ich diese Investition tätigen? Möchte ich Kinder kriegen und wenn ja wann? Wohnung oder Haus? Eigentum oder Miete?

Manche Entscheidungen haben eine größere, andere eine geringere Bedeutung für unser Leben. Experten zufolge sind nur ca. 100 unserer täglichen Entscheidungen bewusst. Unser Gehirn wäre sonst wohl völlig überfordert.

Fest steht auf jeden Fall: Unser gesamtes Leben ist das Ergebnis von Entscheidungen.

Haben wir zu viele Möglichkeiten?

Meiner Generation, der sogenannten Generation Y, sagt man ja bekanntlich nach, sie habe einfach zu viele Möglichkeiten. Auch wenn ich glaube, dass man das nicht nur auf eine Generation beziehen kann, ist an der Grundaussage sicher etwas Wahres dran.

Wir haben den absoluten Luxus zwischen tausenden Möglichkeiten zu wählen. Auf der einen Seite ist das ein großes Geschenk. Auf der anderen Seite muss man manchmal auch aufpassen, dass man sich nicht im Wald voller Möglichkeiten verirrt.

Zu viele Möglichkeiten zu haben, kann unseren Kopf ganz schön überfordern. Wie in einem Restaurant, in dem 100 Gerichte auf der Karte stehen. Manchmal kann eben weniger auch mehr sein

Gibt es zu viele Möglichkeiten, haben wir immer das Gefühl, vielleicht etwas falsch gemacht zu haben. Denn mit jeder Entscheidung für etwas, schließen wir gleichzeitig andere Alternativen aus.

Mit einer wachsenden Anzahl an Möglichkeiten, kann einem zwangsläufig auch mehr entgehen. Das kann dann die Freude an der eigenen Wahl ganz schön kaputt machen. Nach dem Motto: Wie wäre es gewesen, wenn? In den Wirtschaftswissenschaften spricht man von sogenannten „Opportunitätskosten: dem entgangenen Nutzen einer Alternative, auf den zugunsten der gewählten Alternative verzichtet wird.

Besonders meine Generation der freiheitsliebenden Menschen legt sich sehr ungern fest. Jedes Hintertürchen wird offengehalten. Bloß keine Entscheidungen treffen, die einengen und die geliebte Freiheit einschränken könnten.

FreiheitDabei kann es eigentlich sehr befreiend und gesund sein, Entscheidungen zu treffen. Entschiedenheit bedeutet, bewusst eine Wahl zu treffen und zu handeln. Zu lange zu zögern, zu zaudern und Entscheidungen immer nur hinauszuschieben kann nämlich durchaus unproduktiv sowie unzufrieden machen.

Was unser Entscheidungsverhalten über uns aussagt

„Viel mehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, die zeigen, wer wir wirklich sind.“ (Joanne K. Rowling)

(Aus dem Englischen: „It is our choices that show what we truly are, far more than our abilities.“ – Harry Potter und die Kammer des Schreckens).

Unser Umgang mit Entscheidungen sagt viel über uns aus. In meinem Umfeld konnte ich beobachten, dass besonders perfektionistische Menschen (wie ich mich durchaus auch mal bezeichnet hätte) häufig Entscheidungsschwierigkeiten haben.

Das Streben nach Vollkommenheit und die übertriebene Fehlervermeidung stehen dann im Weg. Bloß keine falsche Entscheidung treffen. Alle Alternativen müssen gründlich durchdacht werden. Jedes Risiko sollte bestmöglich ausgeschlossen werden. Lieber auf Nummer sicher gehen.

Perfektionistische Menschen sind häufig Entscheidungsmuffel. Bevor die falsche Entscheidung getroffen wird, wird im Zweifel lieber keine getroffen und sich weiter der Kopf zerbrochen. Für das persönliche Umfeld kann dies durchaus anstrengend werden …

Perfektionisten und chronische Zögerer zweifeln an ihren eigenen Handlungen und machen ihre Selbstbewertung daran fest, wie sehr sie ihre eigenen Standards erfüllen. Sie misstrauen sich selbst. Sie vertrauen zu wenig. Besonders diese Menschen werden durch zu große Wahlmöglichkeiten eher unglücklich als glücklich. Ständig auf der Suche nach der besten und perfekten Alternative verschwenden sie viel Zeit, da es diese häufig nicht gibt.

Erfolgreiche Entscheider hingegen suchen gar nicht erst nach der perfekten Option und sind effizienter. Sie vertrauen sich selbst und verlieren sich nicht im Strudel der Informationen. Sie entscheiden sich schneller, stehen zu dieser Entscheidung und hinterfragen sich nicht ständig. Im Zweifel wird aus Fehlern gelernt.

Zu viel Entschiedenheit kann Betroffene aber auch zu Besessenen machen. Und zwar dann, wenn sie sich ihrer Sache zu verbissen verschreiben und nur auf das Ziel gerichtet nicht mehr nach links und rechts geschaut wird. Sie nehmen Informationen dann nur noch selektiv wahr (nur noch diejenigen, die zur Entscheidung passen) und beharren auf ihrer Meinung.

Wie immer gilt es hier ein Mittelmaß zu finden.

Bauch oder Kopf? Gefühl oder Verstand?

Gefühl oder VerstandBis ins 20. Jahrhundert dachte man, dass Menschen rational entscheiden. Nur der Verstand könne gute Entscheidungen treffen, Gefühle stören dabei nur.

Ein außergewöhnlicher Patient namens „Elliot“ brachte die Kehrtwende Ende des 20. Jahrhunderts. Ihm wurde ein Tumor aus dem Stirnlappen entfernt. Sein Denken und seine Intelligenz wurden nicht beeinflusst, jedoch seine Fähigkeit zu entscheiden. Er beschäftigte sich mit unwichtigen Details und konnte nicht schreiben, wenn ein schwarzer oder blauer Stift zur Wahl standen. Er zeigte keinerlei Emotionen mehr und hatte die Fähigkeit verloren, Gefühle zu empfinden. Er konnte keine Entscheidungen mehr treffen, weil sich alles gleich anfühlte.

Ohne Gefühl ist der Verstand ratlos. Also einfach nur noch den Gefühlen und Emotionen folgen?

Auch das andere Extrem wird nicht funktionieren, da sich Menschen sonst zu stark von unbewussten Ängsten, Vorurteilen und Assoziationen leiten lassen würden. In unserem unbewussten Erfahrungsschatz können nämlich auch falsche Informationen abgespeichert sein, auf die wir uns dann im Rahmen unserer Intuition verlassen. Nur Bauchgefühl ist also auch keine Lösung.

Das Geheimnis gesunden Entscheidens

Wenn weder Verstand noch Gefühl allein erfolgreich entscheiden können, dann bleibt nur eine Alternative: Die beiden miteinander zu kombinieren.

Rein rational zu entscheiden ist oft gar nicht möglich. So z.B. bei Kaufentscheidungen. Besonders bei teuren Investitionen möchten wir am liebsten alle Faktoren einbeziehen und möglichst klug und rational entscheiden. Unser Gehirn ist allerdings gar nicht in der Lage, so viele Informationen auf einmal aufzunehmen und zu verarbeiten. Man spricht hier von einer eingeschränkten Informationsverarbeitungskapazität.

Unser Arbeitsgedächtnis kann nur eine bestimmte Menge an Informationen speichern und ist schnell überlastet. Wissenschaftler sprechen hier von der sogenannten „magischen Zahl 7“. Demnach können wir ungefähr sieben Informationseinheiten gleichzeitig in unserem Gedächtnis präsent halten.

Für unsere Entscheidungen bedeutet dies, dass es uns gar nicht möglich ist, all die gesammelten Informationen gleichzeitig abzurufen. Außerdem funken uns zusätzlich unsere Gefühle dazwischen. Wir verbinden z.B. eine Marke mit besonders guten Gefühlen oder der Ladenbesitzer ist uns besonders sympathisch. In der Fachsprache spricht man hier von „begrenzter Rationalität“.

Zu viele Informationen können also manchmal eher behindern als nützen. Vielleicht ist es daher ratsam, sich besser auf wenige relevante Merkmale zu konzentrieren und den Rest die Gefühle entscheiden zu lassen. So überlassen wir einen Teil der Entscheidung unserem Unbewussten, welches mehr Informationen verarbeiten kann.

Es macht also durchaus Sinn, das eigene Bauchgefühl zu ergründen, zu trainieren und bei Entscheidungen mitreden zu lassen. Unsere Intuition umfasst alle unbewussten Informationen, unseren Erfahrungsschatz und ist daher beileibe nicht irrational.

Intuition

Und trotzdem weiß es die Intuition und das Bauchgefühl nicht immer am besten. Bei größeren Entscheidungen ist unser Verstand das beste Kontrollgremium. Hier heißt es dann relevante Informationen einholen, vergleichen, Expertenrat beachten, persönliche Tipps einholen, usw. Danach ist der Bauch wieder an der Reihe, denn das Unbewusste kennt unsere Präferenzen am besten. Wichtig dabei ist, nur so lange zu suchen, bis eine Lösung gefunden ist, die gut genug ist. Das muss nicht immer die beste sein.

Das Geheimnis guten und gesunden Entscheidens liegt also darin, Kopf und Bauch, Gefühl und Verstand sinnvoll miteinander zu verbinden. Sicherlich keine einfache Kiste …

Meine 7 Tipps für gesundes Entscheiden

1. Es muss nicht immer die vertraute Alternative sein

Diverse wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass wir Menschen dazu neigen, die vertraute Alternative zu wählen. Mittels neurowissenschaftlichen Untersuchungen wurden die Hirnströme von Probanden in Entscheidungssituationen gemessen. Dabei wurde herausgefunden, dass das Gehirn in den ersten Sekunden zunächst prüft, welche Alternative ihm bekannter vorkommt.

Aus physiologischer Sicht lässt sich dieses Phänomen relativ einfach erklären. Wenn wir etwas wiedererkennen schüttet unser Gehirn besonders viel Dopamin aus. Dies verschafft uns ein Gefühl der Belohnung. Also entscheiden wir uns oft intuitiv für Bekanntes.

Grundsätzlich führt dieser Mechanismus häufig zu richtigen Entscheidungen und hilft uns, diese schnell und intuitiv treffen zu können. Jedoch kann die Wahl des Vertrauten auch trügerisch sein. Beispielsweise vertraut man eher bekannten Marken und Unternehmen, weil diese häufig in den Medien genannt werden. Nicht immer ist die bekannte Alternative aber auch wirklich die beste.

Es macht also in Entscheidungssituationen durchaus Sinn zu hinterfragen, ob du dich aus Gewohnheit, Routine oder gar Bequemlichkeit für eine Option entscheidest oder weil es wirklich die bessere Variante ist.

2. Schlaf mal drüber

Jeder kennt diesen Ratschlag bei wichtigen Entscheidungen: „Schlaf doch mal eine Nacht drüber.“ Was auf den ersten Blick etwas zu einfach erscheint, macht aber durchaus Sinn. Im Schlaf kommt unser Gehirn zur Ruhe. Das Unterbewusstsein ist nun an der Reihe und bearbeitet die Eindrücke des Tages weiter. Am nächsten Morgen wissen wir dann plötzlich manchmal, was wir eigentlich wollen.

Entscheidungen sind anstrengend und machen müde. Unser Gehirn arbeitet auf Hochtouren während der Entscheidungsfindung und leidet manchmal am Ende eines anstrengenden Tages an Entscheidungsübermüdung. Allein deshalb ist es ratsam, wichtige Entscheidungen manchmal auf morgen zu verschieben und nochmal „drüber zu schlafen“.

3. Wechsel in die Vogelperspektive

Manchmal stecken wir so tief im Prozess der Entscheidungsfindung, dass wir vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen. Wir haben so viele Informationen gesammelt, Tipps eingeholt, Experten befragt, dass wir überhaupt nicht mehr wissen, was wir eigentlich wollen.

Perspektive von obenIn diesem Fall lohnt es sich, einfach mal die Vogelperspektive einzunehmen und sich selbst und die Situation mit dem nötigen Abstand aus einer anderen Perspektive von oben zu betrachten. Beobachte dich selbst ein wenig und überlege, was du diesem Menschen dort unten am liebsten raten würdest. Das kann manchmal sehr erleichternd sein …

4. Entscheidungs-Mindmap

Bei sehr wichtigen Entscheidungen, male ich manchmal eine Entscheidungs-Mindmap. Wie oben schon beschrieben, hat unser Gehirn eine eingeschränkte Informationsverarbeitungskapazität. Da hilft es manchmal, die gesammelten Informationen zu visualisieren. Wenn mehrere Alternativen zur Wahl stehen, eignet sich diese Methode besonders.

5. Wirf doch mal eine Münze

Kein Spaß! Bei Entscheidungsproblemen werfe ich öfter mal eine Münze. Mir geht es dabei weniger darum, die Münze entscheiden zu lassen, als vielmehr mich selbst auszutricksen. Häufig merke ich beim Münzwurf, dass ich insgeheim auf ein Ergebnis hoffe. Wenn die Münze dann aber das gegenteilige Ergebnis aufzeigt, dann bin ich damit nicht zufrieden. Mein Unterbewusstsein hat sich also bereits vor dem Münzwurf entschieden.

Beim Werfen der Münze geht es also darum, dem eigenen Gefühl etwas auf die Sprünge zu helfen und die Entscheidung vom Unterbewusstsein ins Bewusstsein zu locken.

6. Entscheidung in 7 Atemzügen

Eine Methode, von der mir neulich eine Freundin erzählt hat, ist die Entscheidung in 7 Atemzügen. Es handelt sich dabei um eine alte Weisheit der Samurai. Nach einem Sprichwort heißt es:

„Denke scharf nach und entscheide innerhalb von 7 Atemzügen.“

Das Sprichwort stammt aus dem Hagakure, dem Ehrenkodex der Samurai. Langes Überlegen stumpfe den scharfen Rand einer Entscheidung ab. Fürst Naoshige ergänzt: „In sieben von zehn Fällen stellen sich die Dinge, die zögerlich ausgeführt wurden, als falsch heraus. Von einem Samurai wird schnelles Handeln erwartet bei allem, was er in Angriff nimmt.“

Es heißt außerdem: „Ein verwirrter Geist führt zu keiner klaren Entscheidung. Ein Mann ohne nagende Zweifel, von frischem und hohem Geist, kann innerhalb von sieben Atemzügen zu einer Entscheidung kommen. Geistesgegenwärtig muss man entschlossen eine Entscheidung treffen.“  (aus Hagakure: der Weg des Samurai von Tsunetomo Yamamoto)

Sicherlich kann man nicht alle Entscheidungen in nur 7 Atemzügen treffen. Wenn wir uns allerdings manchmal in unseren Pro- und Contra-Listen verlieren und einfach keine Entscheidung treffen können, weil uns beispielsweise beide Alternativen gleich attraktiv erscheinen, macht diese Methode durchaus Sinn. Denn wenn die Vor- und Nachteile beider Optionen ungefähr gleichauf sind, dann sollten 7 Atemzüge doch durchaus ausreichen, einfach eine der beiden zu wählen.

7. Geh am besten deinen eigenen Weg

Eigener WegManchmal ist es gar nicht so einfach, sich nicht von den Meinungen und Erwartungen anderer beeinflussen zu lassen. Damit meine ich nicht, dass man sich keine Inspirationen und Erfahrungswerte von Freunden und Bekannten einholen sollte. Ganz im Gegenteil, denn ich halte Austausch und Input für sehr wertvoll.

Es geht eher um den Umgang mit äußeren Einflüssen. Lässt du dich von ihnen leiten und beeinflussen oder nur anregen? Mir persönlich ist es wichtig, meine äußeren Einflüsse – sei es durch Werte, Normen oder Ratschläge von anderen – bewusst zu machen und zu reflektieren, welchen Anteil sie zu meiner Entscheidungsfindung beitragen.

Früher ist es mir sehr viel schwerer gefallen, auf mich selbst zu hören. Yoga lehrt mich, diese Fähigkeit immer weiter zu trainieren. Ich möchte für mein Leben selbst verantwortlich sein. Dazu gehört eben auch mal Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen.

Wenn wir uns immer sehr stark an den Meinungen anderer orientiert haben, gelingt es uns sicher nicht von heute auf morgen, auf uns selbst zu hören und unseren eigenen Weg zu gehen. Beginn also mit kleinen Schritten und sei nicht zu streng mit dir. Schritt für Schritt wirst du vielleicht ein bewussteres, zufriedeneres und damit gesünderes Leben führen …

Umgang mit Fehlentscheidungen

Bei all den Entscheidungen, die wir täglich treffen, sind natürlich auch immer mal wieder falsche Entscheidungen dabei. Sich hinterher zu ärgern und Entscheidungen zu bereuen kostet allerdings nur unnötig Energie und löst emotionalen Stress aus.

Sicher macht es durchaus Sinn, über Fehlentscheidungen kurz zu reflektieren, dennoch sollte man sich nicht in den negativen Gefühlen verlieren. Vielmehr hilft es, sich klar zu machen, dass man in dem Moment der Entscheidung Gründe für diesen Weg hatte.

Deshalb sagen einige Psychologen: Fehlentscheidungen gibt es nicht!

Wir Menschen haben ein sehr gutes „psychisches Immunsystem“, das uns hilft, mit vermeintlichen Fehlentscheidungen umzugehen. Unsere Psyche ist stärker als wir manchmal denken und wir sind in der Lage, uns immer wieder neu zu erfinden.

Daniel Gilbert, Harvard-Psychologe und Entscheidungsforscher, zufolge ist das Einzige, womit das psychische Immunsystem schwerlich zurechtkommt, das Gefühl eine Chance verpasst zu haben. Keine Entscheidung zu treffen, kann daher die größte Fehlentscheidung sein.

Welche Entscheidungen ich in den letzten Wochen getroffen habe

Falls du nun immer noch wissen willst, welche Entscheidungen ich in den vergangenen Wochen getroffen habe und welche Tools mir dabei geholfen haben, möchte ich dich nicht weiter auf die Folter spannen.

Wie du vielleicht weißt, habe ich mit meinem Fernstudium, der Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie, dem Herzensprojekt Blog und meinen anderen Projekten gerade durchaus einiges um die Ohren. Ich liebe all das, was ich tue und wünschte manchmal, der Tag hätte mehr als 24 Stunden. Dennoch weiß ich auch, wie wichtig es ist, seine Grenzen zu kennen und versuche auf meinen Ausgleich zu achten.

Ich kann mich für viele Dinge begeistern und muss mich daher manchmal etwas bremsen, nicht alles gleichzeitig machen zu wollen. Und trotzdem lies mich der Wunsch nach einer Yogalehrerausbildung einfach nicht mehr los. Genau vor einem Jahr, war ich bereits kurz davor, die Ausbildung zu beginnen, habe mich dann aber entschieden, mich erst einmal auf mein neues Studium, die Heilpraktiker für Psychotherapie Ausbildung und den Blog zu konzentrieren. Nach dem Motto: Das Leben ist ja hoffentlich noch lang genug.

Auch wenn es bei all meinen derzeit laufenden Projekten vielleicht nicht das Vernünftigste ist, habe ich mich nun doch ganz kurzfristig entschieden: Ich mach es! Jetzt! Weil ICH es möchte …

Ausbildung YogalehrerTatsächlich wurde ich zu meinem Glück nun ein wenig „gezwungen“. Anfang November war ich zum ersten Mal in einem kleinen Yogastudio in Mainz-Gonsenheim und lernte dort an einem zweitägigen Yoga + Faszien Workshop die wunderbare Ilana Begovic kennen. Ich war so begeistert von ihr und ihrem Wissen, dass ich den Wunsch verspürte mehr von ihr zu lernen. Tatsächlich bieten Ilana und Suanne, die Inhaberin vom Yogaplus, 2017 zum ersten Mal eine Yogalehrerausbildung an. So ein Zufall? Oder doch Schicksal?

Zumindest lies ich mich dann auf die Liste der Interessenten für die Ausbildung setzen lassen und plante am 15. Januar 2017 zur Infoveranstaltung zu gehen. Genug Zeit also, sich das Ganze gut zu überlegen.

Vorletzten Mittwoch bekam ich dann die Nachricht von Susanne, dass wider Erwarten nur noch 2 Plätze frei seien und ich mich, insofern ich dabei sein wolle, schnell entscheiden müsse.

Nach einem kurzen Schweißausbruch, fragte ich mich: Würdest du es bereuen, es nicht gemacht zu haben? Die Tendenz ging eindeutig zu JA. Dann warf ich eine Münze und diese sagte mir: „Mach es (noch) nicht!.“ Mit diesem Ergebnis war ich allerdings gar nicht einverstanden. Lieber hätte ich ein „Mach es!“ geworfen. Die richtige Antwort lag also quasi schon auf dem Tisch. Mein Unterbewusstsein hatte sich schon längst dafür entschieden.

Um das Ganze noch abzusichern, versuchte ich mich dann noch an der „Entscheidung in 7 Atemzügen“. Und wieder war die Antwort: Mach es!

Also rief ich meine Yogafreundin an, mit der ich die Ausbildung ursprünglich zusammen machen wollte. Sie befand sich gerade mitten im Umzug und hatte sich bisher noch weniger mit der Frage „machen oder nicht machen“ beschäftigt als ich, da ihr Kopf in den letzten Wochen mit anderen Dingen voll war. Voller Euphorie sagte sie zu mir: „Louisa, es sind nur noch zwei Plätze frei. Das ist ein Zeichen. Das sind unsere Plätze.“ Was für eine schöne Art und Weise an die Dinge mit so viel Vertrauen ranzugehen, dachte ich.

Ohne zu zögern stieg ich ins Auto, holte mir zwischen den Umzugskartons ihre Unterschrift ab und fuhr unsere beiden unterschriebenen Verträge ins Yogaplus nach Mainz-Gonsenheim – das Yogastudio, wo wir im März 2017 gemeinsam die Ausbildung zum zertifizierten Yogalehrer beginnen werden. Unglaublich …

Mittlerweile fast zwei Wochen später bin ich unglaublich dankbar, dass alles so gekommen ist und ich zu dieser – für mich wunderbaren – Entscheidung ein wenig schneller „gezwungen“ wurde.

Auf einmal waren auch alle anderen für mich anstehenden Entscheidungen für 2017 ganz klar …

Ja, es wird ein volles und anstrengendes Jahr mit Studium, Blog, Yogalehrerausbildung, Heilpraktiker für Psychotherapie Prüfung im Herbst und sonstigen beruflichen und privaten Projekten. Aber zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass alles perfekt zusammenpasst.

Ich mag es, wenn mein Leben nicht stillsteht. Eine Freundin meinte sogar sehr treffend zu mir: „Louisa, du hättest dir sicher etwas anderes „aufgehalst“, wenn du die Yogalehrerausbildung nicht gemacht hättest. Viel zu tun hast du doch immer (gern).“
Und da hat sie sicher recht 😉

Auch wenn mir manche Menschen vielleicht eher geraten hätten, erst einmal die Heilpraktiker für Psychotherapie Prüfung abzuhaken und eins nach dem anderen in Ruhe zu machen, bin ich nun froh, es so entschieden zu haben und meinen eigenen Weg zu gehen.

2017, ich freu mich auf dich!!!

Bleib gesund

Louisa

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4 Kommentare

  • antworten Jessica 13. Dezember 2016 at 10:28

    Ich gratuliere Dir zu der Entscheidung. Viel Freude & Motivation auf Deinem Weg.

    • antworten Louisa 13. Dezember 2016 at 10:32

      Vielen Dank liebe Jessica! Dir ebenfalls für all deine anstehenden Entscheidungen 🙂

  • antworten Marc 14. Dezember 2016 at 7:45

    Hi Louisa!

    Das Schöne an Deinen Entscheidungen ist, dass DU sie getroffen hast und nicht andere für Dich entschieden haben. Ist das nicht wunderbar, dass wir das so „dürfen“… Geh‘ Deinen Weg! 😃 L.G. Marc

    • antworten Louisa 14. Dezember 2016 at 9:33

      Lieber Marc,

      ja, da hast du wohl recht. Freue mich, dass du so regelmäßig hier vorbeischaust. Du hast schließlich auch ein wenig zu meinem jetzigen Weg beigetragen. 🙂
      Alles Liebe Louisa

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